Videokonferenz in der Medizin

Telemedizin

Videokonferenzsysteme sind schon lange selbstverständlicher Bestandteil des global Business. Relativ neu und von zunehmender Bedeutung ist die Videokonferenz in der Telemedizin. Das 3er-System Medizin, Telekommunikation und Informatik ist für die moderne Diagnostik und Therapie immer mehr von Bedeutung. Die Gefahr von Fehldiagnosen und falschen Behandlungen wird durch die größere gegenseitige Kontrolle bei Videokonferenzsystemen zum Wohl des Patienten wesentlich verringert.

Die Überwindung von Zeit und Raum durch technologisch ausgereifte Videokonferenzsysteme hat sich die Telemedizin von der Raumfahrt abgeschaut. Ohne per Videokonferenz effektiv zusammenarbeitende Experten an verschiedenen Stellen auf der Erde und im All wären große, die gesamte Menschheit betreffende Projekte wie die Apollo-Raumfahrt nicht möglich gewesen. Davon profitierten auch telemedizinische Pioniere, als sie Anfang der 1980er Jahre erste Schritte in die Zukunft unternahmen. Vorreiter auf dem Gebiet waren Länder mit großen dünn besiedelten Regionen wie Norwegen. Hier konnten per Videokonferenz einander zugeschaltete Ärzte und andere medizinische Helfer Leben retten, auch wenn kein Krankenhaus oder Arzt in der Nähe waren. Heute sind die entsprechenden Systeme hoch ausgereift und entsprechen dem allerneusten Stand der Forschung.

Telemedizin hilft nicht nur Leben retten, sie trägt auch dazu bei kräftig Geld zu sparen. Wo sonst in langwierigen Prozessen auf dem Postweg zugestellte Gutachten in zeitraubenden Verfahren einzeln gelesen, gegengelesen und verschickt werden müssen, können sich Fachärzte und weitere hinzugezogene Experten in der Videokonferenz schnell und präzise darüber informieren und austauschen. Probleme werden zeitnah im direkten Dialog benannt und in konstruktiver Zusammenarbeit effektiv ausgeräumt. Die Gefahr, durch Missverständnisse zu Fehlentscheidungen zu kommen, wird so von Anfang an nachhaltig verringert.

Oft geht es gerade in der Medizin darum zeitnah die richtigen Entscheidungen zu treffen. Nicht selten entscheiden wenige Minuten über Gelingen oder Misslingen einer Operation. Vielleicht ist ein Problem aufgetaucht, für dessen Lösung nur ein Experte am anderen Ende der Welt das nötige Wissen hat. Mit einer rasch aufgebauten globalen Schaltung ist der Kollege über Zeit und Raum hinweg mit seinem Wissen, seiner Stimme und seinem Bild direkt an den Entscheidungsprozessen beteiligt.

In abgelegenen Regionen kann eine medizinische Behandlung per Fernübertragung Menschenleben retten, in dichter besiedelten Ballungsräumen verbessert und beschleunigt sie erheblich die Qualität der Patientenversorgung. So wird in unklaren Situationen mit dringendem Handlungsbedarf ein weiterer Mediziner mit einem Handgriff zugeschaltet, der im Ernstfall den entscheidenden Hinweis gibt. Auch in der medizinischen Überwachung, etwa im Intensivbereich oder bei Frühgeborenen, leistet die Telemedizin ein Höchstmaß an Sicherheit. Nicht zuletzt beim Medizinstudium sind Videokonferenzsysteme zukunftsweisender Teil einer modernen ärztlichen Ausbildung.